Anzefahrer Nachwuchstalente auch bei den Hessischen Einzel-Meisterschaften erfolgreich
Marens Gegnerinnen in der Gruppe waren Mina Cupic (TTR 1121), Synnove Ehrt (TTR 1301) und Annabelle Malsy (TTR 1382). Damit war ein Weiterkommen theoretisch möglich, aber wir wissen ja, dass TTR – Werte im Jugendbereich nur ansatzweise vergleichbar sind, weil besonders die Mädchen oft nicht in Erwachsenenmannschaften mitspielen, daher weniger TTR Punkte auf dem Konto haben, als es ihrer Leistungsstärke entspricht.
Im ersten Einzel musste sie gegen Annabelle Malsy antreten, deren Spiel ihr überhaupt nicht zusagte. Da auch Marens gute Aufschläge ohne Wirkung blieben, verlor sie dieses Match trotz phasenweiser guter Leistung glatt in drei Sätzen. Nach langer Wartezeit dann endlich das Spiel gegen Mina Cupic. Hier zeigte sich Maren sehr sicher besiegte Mina mit taktisch klugem Angriffsspiel 3:1. Damit war das letzte Spiel gegen Synnove Ehrt entscheidend für das Weiterkommen. Beide lieferten sich großartige Ballwechsel und nach und nach verzweifelte Synnove an Marens großartigen Reflexen und knallharten Angriffsschlägen direkt nach dem Aufschlag. So wurde eine Überraschung Wirklichkeit: Maren zog als Zweite in die K.O. Runde ein und verpasste den Gruppensieg nur um einen Satz gegen Synnove, die sie ja geschlagen hatte.
Im Achtelfinale traf sie auf Sophia Ruan, die mit 1315 TTR-Punkten auch Gruppenzeite geworden war, also eine durchaus lösbare Aufgabe. Und die Anzefahrerin legte los wie die Feuerwehr und über-rollte Sophia mit sage und schreibe 11:3. Im zweiten Satz ging es leider genau andersherum, weil Sophia die Angaben Marens jetzt gefährlich retournieren konnte und sie zu Fehler zwang bzw. provozierte. Maren fand darauf lange Zeit keine Antwort und verlor auch Satz drei ziemlich klar. Im 4. Satz fing sie sich wieder und konnte nach Rückstand zum 10:10 ausgleichen. Tobias nahm eine Auszeit und gab ihr einen Tipp, welchen Aufschlag sie mit welcher Platzierung wählen sollte, um den Satzball zu erreichen. Dies gelang auch perfekt, doch dann passierte Maren ein Leichtsinnsfehler zum 11:11. Mit etwas Pech gab sie dann den Satz und das Spiel her, zeigte aber, dass ihre Leistungsstärke (vor der Hessischen) mit 1223 TTR-Punkten absolut gleichwertig zu der der anderen Mädchen ist und sie gegen Spieler/innen bis 1350 Punkten bereits mithalten kann.
Als Beleg dafür führe ich ihren Kurz- Einsatz im Doppel an. Denn dort war sie mit ihrer Partnerin ausgerechnet dem top-gesetzten Doppel Evie Wong und Lilia Rock zugelost worden. Nach hartem Kampf und tollem Spiel (Blocks) vor allem von Maren unterlagen sie im fünften Satz hauchdünn in der Verlängerung – und das auch nur durch gleich zwei Netzroller hintereinander. Der einzige Trost: Wong/Rock schlugen alle weiteren Doppel 3:0 und gewannen damit auch den Titel.
Lukas spielte mit seinem guten Kumpel Anton Westermann Doppel, zog aber ausgerechnet die Kombination Kilian (1741) und Zilch (TTR 1915) aus dem Lostopf und verloren trotz sehens-werter Ballwechsel glatt in drei Sätzen. Die beiden gewannen auch mühelos alle anderen Be-gegnungen und wurden Hessenmeister. Damit war Luki schon mal vor Augen geführt, wie hoch das Level bei diesem Turnier war.
Dann musste er gleich gegen Jonathan Stoll (1786) antreten und konnte den ersten Satz mit sensationell guten Angriffsschlägen für sich entscheiden. Dann spielte Jonathan noch aggressiver und drängte den Anzefahrer immer mehr in die Defensive. Verdient setzte er sich schließlich mit 3:1 Sätzen durch. Im Zweiten Spiel gegen Noah Reichenauer (1641) kam es zu einem tollen Spiel auf Augenhöhe, das Lukas denkbar knapp im fünften Satz verlor. Nun wollte er aber in seinem letzten Spiel gegen Moritz Esslinger unbedingt wissen, ob sein TTR-Wert von immerhin 1583 auch gegen Gleichaltrige bestehen konnte. Trotz suboptimaler Leistung rang er Moritz in fünf Sätzen nieder, obwohl er eigentlich von Anfang an die besseren spielerischen Möglichkeiten demonstrierte. Am Schluss war das aber egal: mit 1:2 Spielen schied er als dritter der Gruppe aus, kann aber stolz auf das großartige Spielverhältnis von 6:8 Sätzen und 130:130 Bälle zurückblicken. Es gibt ihm die Gewissheit, dass er auf dem richtigen Weg ist, nicht nur im Erwachsenenbereich Erfolg zu haben, sondern auch Gleichaltrige mit ähnlichem TTR-Wert bei optimalem Spielverlauf schlagen zu können. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Manni Müller für die Unterstützung von Lukas.
Sein Doppelpartner Anton gewann zwar seine Gruppe, hatte dann aber gegen den noch deutlich jüngeren Adrian Klees mit 2:3 das Nachsehen.