, Brandt Tobias

Zwei Spieler des TTC bei den HEM der Senioren in Oberbrechen

Dixie (Ü 60) und Tobi (Ü 65) mit unterschiedlichen Erfolgsbilanzen

Gleich zwei Anzefahrer hatten die Qualifikation für die hessischen Einzelmeisterschaften der Seniorinnen und Senioren in Oberbrechen geschafft und hofften auf attraktive Gruppen. Während Dixie eine echte Hammergruppe erwischte, schienen die Aussichten für Tobi etwas besser:

Ü 60 Einzel (Gruppe 4)    Ü 65 Einzel (Gruppe 1)
Jörg Weyrich (Darmstadt) 1811   Klaus Scherb (SVH Kassel) 1904
Dirk Metz (Kriftel) 1852   Markus Kreidel (Igstadt) 1646
Miroljub Milovanovic (Horas Fulda) 1642    Tobias Brandt  (Anzefahr) 1505
Reinhard Nau (Anzefahr) 1508   Michael Blucha (Magretenhaun) 1481

 

Gleich im allerersten Spiel an Platte 1 musste Tobi gegen Klaus Scherb antreten, der als klarer Favorit auf den Titel galt. Da er mit dessen Aufschlägen gut zurechtkam, kam es zu einem überraschenden 6:6 Zwischenstand. Dann flog ein Ball in Tobis „Einflugschneise“ und er riskierte es einfach mal, den Ball diagonal zu schießen – mit Erfolg. Was einmal geht, klappt vielleicht auch zweimal, dachte sich Tobi und schoss den nächsten Topspin von Klaus gleich hinterher – wieder mit Erfolg! Sichtlich beeindruckt produzierte Klaus dann einen Fehlauf-schlag und verlor überraschend den ersten Satz! Danach genoss Tobi, wie Klaus später sagte, dessen „volle Aufmerksamkeit“ und verlor die nächsten Sätze erwartungsgemäß glatt. Dennoch feierte Tobi diesen Satz wie einen kleinen Sieg und ging hoch motiviert in das Spiel gegen Markus Kreidel. Überraschend feierte er einen fünf-Satz-Erfolg gegen den knapp 150 TTR-Punkte vor ihm Platzierten. Zu Hilfe kam ihm, dass Kreidel einen Anti spielte, gegen den Tobi schon immer gut zurechtkam. Im letzten Vorrundenspiel wartete dann mit Michael Blucha ein Linkshänder, der den Fehler beging, gegen die Noppe unbedingt nachziehen zu wollen, was ihm aber nur selten gelang. Nach „verschenktem“ ersten Satz (10:12 nach 10:6 Führung) spielte Tobi immer sicherer auf und gewann letztlich ganz deutlich mit 3:1 Sätzen. Damit war er tatsächlich ins KO-Feld eingezogen. Und wenn es schon mal läuft, dann richtig. Er erwischte eins der wenigen Freilose und traf dann im Viertelfinale (!) auf Ralf May (TTR 1843), der ihm deutlich vor Augen führte, wie man gegen lange Noppen spielt, wenn man es kann: gerade mal 11 Punkte kratzte Tobi in drei Sätzen zusammen.  

Für Dixie gab es zunächst gegen Dirk Metz eine glatte 0:3 Niederlage, wobei ihm besonders die „unmöglichen“ Winkel zusetzen, die Dirk in der Lage war zu spielen. Danach musste er gegen Jörg Weyrich antreten, der sich zuvor gegen Milavanovic sehr schwer getan hatte. Doch das Spiel von Dixie passte für ihn. Obwohl der Anzefahrer in jedem Satz eine zeitlang gut mithalten konnte, gelang ihm leider kein Satzgewinn gegen Weyrich – angesichts dessen TTR-Punktzahl von deutlich über 1800 keine wirkliche Überraschung. Das letzte Spiel gegen Milavanovic konnte Dixie dann ausgeglichen gestalten und auch einen Satzgewinn verbuchen. Doch trotz der guten Bedingungen in der Halle (gleichmäßiges Licht, gut zu spielende Bälle) und trotz „freien Aufspielens“ blieb es bei diesem Satzgewinn, was das Aus nach der Vorrunde bedeutete.

Aber es gab ja noch die Doppel. Da spielte Dixie mit dem Abwehrspieler Martin Walke ein gutes Doppel gegen Kalvelage / Michel. Leider war auch hier Fortuna nicht auf Dixies Seite. Alle drei Sätze gingen nur mit zwei Zählern mehr an die Gegner, davon wurden sogar zwei erst in der Verlängerung entschieden.

Tobi hatte wieder seinen bärenstarken Doppelpartner Bernhard Wetterau an der Seite, mit dem er ja den Titel bei den Bezirksmeisterschaften geholt hatte. Das Los bescherte ihnen ausgerechnet die Kombination Hans-Jürgen Fischer (TTR über 2000) und Günther Achtzehnter (TTR knapp 1600). Wer es nicht mehr weiß: „Hansi“ Fischer ist ehemaliger  Nationalspieler und Deutscher Meister der Ü 50 im Jahr 2016 geworden. Von seinem Einzelerfolg geradezu berauscht, konnte Tobi an der Seite von Bernhard gut mithalten und das Unmögliche wurde möglich: trotz 1:2 Satzrückstand kämpften sich beide in den fünften Satz und gewannen sensationell das ganze Match! Leider kann eine Glückssträhne nicht ewig halten und daher trafen sie auf Hartmut Drescher (1748 TTR-Punkte und Martin Patzer (TTR 1750), der das Doppel fast im Alleingang gewann, weil Tobi auf dessen Angriffsbälle mit den langen Noppen keine Antwort fand.

Nach ihrem Ausscheiden blieben Dixie und Tobi noch eine ganze Weile vor Ort, um den „Oldies“ bei ihren ganz unterschiedlichen Spielweisen und Strategien zuzuschauen. Abschließend gebührt den Ausrichtern ein ganz besonderes Lob für einen reibungslosen Ablauf (inkl. Parkplatzzuweisung) und eine leckere und vielfältige Verpflegung!